Ruben in Frankreich

Sonntag, Januar 14, 2007

Woche 19.

Ja, Grüße!

Es sind natürlich wieder eine Menge Dinge passiert in der letzten Woche. Leider hat man sich an gewisse Zustände und Aktionen schon so gewöhnt, dass man vergisst das Handy rauszuholen und Fotos zu machen. In nächster Zeit werde ich versuchen wieder mehr darauf zu achten, damit ihr intensiver an meinem tollen Leben hier teilhaben könnt.

Vielleicht ein paar Stilblüten, die das Leben hier schreibt. :)

Am Anfang der Woche durfte ich, wie berichtet, meine ersten Erfahrungen als Automechaniker sammeln. Dies beinhaltete auch das Reifenwechseln. Ich nahm mich dem Reifen vorne links an.
Am nächsten Tag fuhr John-Louis, der mir in der Holzwerkstatt vorgesetzte, mit einem Kommunitätsauto in Richtung Stadt. Obwohl die Fahrt und sein Vorhaben eigentlich nicht viel Zeit in Anspruch nahmen, kam er erst am Abend zurück - abgeholt mit einem anderen Auto! Ich fragte nach, was denn passiert sei und bekam folgendes zu hören:
Dummerweise löste sich bei der Fahrt der vordere linke Reifen, sprang heraus und...
...richtete zum Glück keinen großen Schaden am Auto und auch sonst nirgendswo an. Unserem Fahrer in dieser Geschichte, welcher allein im Auto unterwegs war, passierte auch nichts. Er rief schließlich von unterwegs an, um abgeholt zu werden. Das Auto gibt es noch und steht jetzt wieder vor der Werkstatt.
Gut, ihr könnt euch denken, wie ich mich gefühlt habe. Besonders, da ich mir sicher war, den Reifen so fest angezogen zu haben, wie mir nur möglich war. Sollte also meine erste Erfahrung in Automechanik meine letzte gewesen sein...?
Was soll ich sagen... es war ein anderes Auto, wie sich später herausstellte. Ich hatte nichts damit zu tun gehabt. Uff, aber das hatte Eindruck gemacht!

Nun, meine Sicht auf die ganze "wir-reparieren-unsere-Autos-selber-Methode" hat sich gewaltig verschoben. Ich stehe dem Gedanken "die Autos sind alt, also leichter zu reparieren - kannst du mir mal den Hammer reichen?!" jetzt nicht mehr so positiv gegenüber und auch der Fakt, dass die Leute, die als Mechaniker eingesetzt werden in Wirklichkeit gar keine sind, stellt sich meinem Wunsch jemals wieder mit einem solchen Auto zu fahren erfolgreich gegenüber.

Eine andere Geschichte, die vielleicht erwähnenswert ist hat - mal wieder - mit Essen zu tun. Wir ihr wisst, leben die Menschen hier in Hautecombe hauptsächlich von Essensspenden - genauer gesagt von Lebensmitteln mit überschrittenem Verfallsdatum, die nicht mehr gekauft werden und uns freundlicher Weise von einer großen Supermarktkette zur Verfügung gestellt werden. Dass das Essen dann nicht immer gut ist, was hier ankommt, entbehrt jeglicher Nachfrage - doch der Großteil der Verbrauchsgüter ist am Tag der Lieferung ok. Außerdem bekommen wir beispielsweise auch eine Kiste mit Weinflaschen, wenn eine Flasche in der Kiste kaputt gegangen ist und deshalb nicht mehr gekauft wird. Gut, man gewöhnt sich an alles und so sortieren wir manches Mal auch einfach die Hälfte einer Kiste mit Weintrauben aus Gründen des Schimmels aus, um die andere Hälfte, in der noch kein Schimmel erkennen zu ist, als Nachtisch zuzubereiten. Wie auch immer - ein hin und her, ihr wisst, was ich meine und das soll auch genug der Vorrede sein (irgendwo im Archiv findet ihr bestimmt auch noch den Post "Mit Schimmel per Du", wenn es euch interessiert).
Jedenfalls übernimmt man mit der Zeit das Denken, dass wir also natürlich alles Essen, was noch nicht schimmlig ist!! Und so kam es, dass ich erstaunt, will nicht sagen schon fast empört war, als ich am Freitag die Aufgabe bekam, 6 von den 8 Brotfächern, die voll Brot und Croissants und ähnlichem waren auszuräumen. Es war plötzlich nicht mehr gut genug für uns (wir haben es für die Tiere zusammengepackt), obwohl wir es noch wenige Stunden davor gegessen hatten. Nun, auf meine Nachfrage bekam ich die Antwort, dass wir das aus Platzgründen täten, da an diesem Nachmittag der LKW mit der neuen Lieferung ankommen sollte.

Tja, manches Mal gibt es also zuviel des Schlechten, selbst wenn es noch gut ist.

1 Comments:

  • Lieber Ruben,

    an Deiner Stelle hätte ich statt dem Reifen lieber das Rad, bzw. die Felge angezogen.
    Probier das mal, vielleicht fällt das Rad dann nicht mehr von der Achse. :)

    Gruß vom Bauernhof
    Christian

    By Anonymous Anonym, at 11:10 PM  

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